Carlos Bunga – Ein Künstler als Nomade

xcervera7046carlosBunga_artistPt.jpgKarton und Klebestreifen – Diese zwei simplen Materialien haben den portugiesischen Künstler Carlos Bunga in den letzten Jahren auf der ganzen Welt bekannt gemacht. Mit Malerei begonnen, erweiterte Bunga seine künstlerischen Ausdrücke auf verschiedene Medien wie Collage, Zeichnung, Performance, Skulptur und Video. Im Fokus stehen dabei Architektur, der urbane Raum und die Lebensbedingungen im Wandel unserer Zeit. Letzteres zeigt sich besonders in der Wahl seiner Materialien, aktuell auch in seiner Ausstellung «I am a Nomad» im Haus Konstruktiv. Aus einfachen Mitteln konstruiert er vielfältige Wohnformen – schnell, variabel und eben auch vergänglich.

«Architektur besitzt die Fähigkeit, unsere Denkweise zu beeinflussen und zu formen. Sie versetzt uns in die Lage, an eine Utopie zu glauben, die als Wahrheit empfunden und akzeptiert werden kann…», beschreiben die eigenen Worte des Portugiesen die Kunst des Bauens.

Carlos Bunga_Object_3

1976 in Porto geboren, lebt Bunga heute in Barcelona. Seine aktuelle Ausstellung «I am a Nomad» im Museum Haus Konstruktiv in Aussersihl, Zürich, verweist nicht nur auf seinen künstlerisch-medialen Nomadismus, sondern auch auf eine in Zeiten der Globalisierung weit verbreitete Lebensform. Sie umfasst sowohl eine ortsspezifische, begehbare Installation aus Karton, Farbe und Klebestreifen, als auch einige frühere Werke, die einen Einblick in die konzeptuelle DNA seines Schaffens geben.

Carlos Bunga_Object_2

Carlos Bunga_Object_1Verschiedene Videoarbeiten zeigen Bungas Gedanken zu seinen Lieblingsthemen, besonders in den Bann zieht dabei sein Video «More Space for Other Constructions». In diesem radiert er in nahezu manischer Besessenheit einzelne Zeichnungen von Gebäuden aus, ohne dass ihre Spuren gänzlich verschwinden. So ist das Vergangene nach wie vor sicht- und spürbar oder hinterlässt zumindest einen Raum für das Erinnern.

Carlos Bunga_Drawing_2Nebst Videos sind zahlreiche Skulpturen, Zeichnungen und eigens für das Museum Haus Konstruktiv angefertigte Bildkonstruktionen ausgestellt, die sich als gegenseitige Weiterführungen ergänzen und so die Limitiertheit des physischen Raumes aufheben. So erlauben sie, die konzeptuellen Überlegungen und Prozesse zu dokumentieren.

Carlos Bunga_Drawing_4Carlos Bunga formuliert dies so: « Das Anfertigen von Zeichnungen funktioniert wie in einem Laboratorium, erst nachdem man die Installation als sogenanntes Feld für Überlegungen konzipiert hat. Eine Reihe von Fragen hat mich dazu veranlasst, diesen «umgekehrten» Prozess zu entwickeln: Wie gehen wir mit der Erfahrung des Ortes um? Wird das Ephemere (Zeit) in der Zukunft noch erfahrbar sein? Welche Beziehung haben wir zum dokumentierten Thema?»

Carlos Bunga_Drawing_3

Die Ausstellung «I am a Nomad» ist die erste Einzelschau des Künstlers in der Schweiz, sie läuft noch bis zum 6. September 2015. Es erscheint ein umfangreiches Künstlerbuch.

Verschaffen Sie sich hier bereits einen Eindruck von Bungas Arbeit.

Carlos Bunga – «I am a Nomad»
4. Juni bis 6. September
Museum Haus Konstruktiv
im ewz-Unterwerk Selnau
8001 Zürich
+41 (0)44 217 70 80
info@hauskonstruktiv.ch
www.hauskonstruktiv.ch

Kommentar verfassen