VILLA MIT NEUER BOTSCHAFT

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Die ehemalige Villa Bellerive im Zürcher Seefeld ist diesen September zu neuem Leben erweckt worden. Das ehemalige Museum behält zwar seine Nutzungsweise – die Akteure sind aber völlig andere: Das Zentrum für Architektur Zürich (ZAZ) befindet sich im Aufbau und will ein breites Publikum mit Themen der Stadt, des Raums und der Architektur vertraut machen. Das ZAZ Bellerive ist vorerst als Pilotbetrieb mit dreijähriger Laufzeit geplant, in welchem verschiedene Zugänge und Vermittlungsformate geprüft und entsprechende Angebote schrittweise aufgebaut werden sollen. Mit der Eröffnungsausstellung «Zürich – Berlin I Geschichten der Villa Bellerive» startet das neue Zentrum mit einer Thematik, die das historische Gebäude würdigt. Mit dem Architekten Alfred Breslauer (1866–1954) und seiner Tochter, der Fotografin Marianne Breslauer (1909–2001) beleuchtet die Ausstellung zwei Protagonisten, die sich thematisch in die grossbürgerlichen Interieurs von 1931 einfügen. Der offiziell dem Architekten Erhard Gull (Sohn von Gustav Gull) zugeschriebene Bau soll nach neusten Erkenntnissen auf Entwürfen von Alfred Breslauer beruhen, der auf Villen und Landhäuser in Berlin und Umgebung spezialisiert war. Wie die meisten Breslauer Villen verfügte auch die Villa Bellerive über eine üppig dimensionierte Wohnhalle mit Kreuzgewölbe, Freitreppe und Kamin. Die erste Ausstellung des ZAZ widmet sich der Villenproduktion des erfolgreichen Büros, das mit seiner Auftraggeberschaft zugleich für eine untergegangene jüdische Welt steht.

Mehr Informationen unter: www.zaz-bellerive.ch

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