Messners sechster Streich

MMMCoronesExteriorA_C_ZAHAHADIDAm 24. Juli wurde das MMM Corones, das sechste Bergmuseum von Reinhold Messner, auf der Bergspitze des Kronplatz im Südtirol eröffnet. Gut zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten am letzten Museum des berühmtesten Alpinisten, es widmet sich der Königsdisziplin des Alpinismus. Geplant hat es Zaha Hadid, die als die beste Architektin der Welt gilt. Sie ist bekannt dafür, das Primat des rechten Winkels nicht allzu ernst zu nehmen, weshalb man bei der Geometrie des von Beton dominierten Baus an die Grenzen des Machbaren gestossen ist.

MMMCorones_C_KRONPLATZ-ZAHAHADID01-Exterior-A-004-panoramaviewSämtliche Bauteile mussten per Lastwagen auf 2275 m transportiert werden, die Arbeiten wurden wegen der oft widrigen Bedingungen am Berg oft verzögert. 3 Millionen Euro wurden für das Museum investiert, getragen hat die gesamte Investition die Seilbahngesellschaft am Kronplatz. Das Museum ist direkt mit der Kabinenbahn oder zu Fuss auf einer Bergwanderung erreichbar.

20150723_MMM_Corones_Opening_13__©www.wisthaler.com«Die Verwirklichung des Museums war ohne Zweifel eine Herausforderung nicht nur für uns, sondern für alle am Bau beteiligten Unternehmen, die grösstenteils aus Südtirol stammten. Aber mit Biss, Entscheidungsfreude, reichlich Motivation und grossartiger Leistung aller Beteiligten ist uns diese Meisterleistung gelungen», beschrieb Skirama Kronplatz-Präsident Matthias Prugger seine Gefühle bei der Eröffnungsrede.

MMMCorones_C_KRONPLATZ-ZAHAHADID-05_Schnitt_006Das parametrische Bauen gilt für manchen bereits als der neue internationale Stil zeitgenössischer Architektur. Grundlage dafür ist die Verwendung von digitaler Entwurfstechnik. Auf diese Weise kann Freiform-Architektur entstehen, die zum Beispiel zu weich fliessenden Formen führt. Ansätze davon finden sich auch im MMM Corones wieder. Der Baustoff Beton eignete sich für die Formgestaltung am besten, da sich kaum ein anderes Material so gut in alle denkbaren Formen giessen lässt. Zudem schaffe Beton optimal den Bezug zum Thema Fels, liess es aus dem Büro von Zaha Hadid verlauten.

20150723_MMM_Corones_Opening_3__©www.wisthaler.comDie Treppen des unterirdischen Baus führen wie Kaskaden über drei Ausstellungsebenen, tief in den Berg hinein. Nur der Eingang ist von Aussen sichtbar. Die doppelt gekrümmten Flächen ergeben für die Besucher eine Wahrnehmung der Räume im Berg als dynamische Struktur. Der Blick geht dabei automatisch wieder nach aussen durch verglaste Öffnungen, auf die die drei Stollen im Inneren zulaufen.

20150723_MMM_Corones_Opening_9__©www.wisthaler.comMessner hatte bei der Bespielung der Räume freie Hand. «Im MMM Corones erzähle ich von der Entwicklung des modernen Bergsteigens, von der Ausrüstung, wie sie sich im Laufe von 250 Jahren verbessert hat, von Triumphen und Tragödien an den berühmtesten Bergen der Welt und der Darstellung unseres Tuns, so widersprüchlich es auch erscheinen mag. Es ist unglaublich spannend auf einer derartigen Bühne seine Geschichte zu inszenieren.»

Projektinformationen

Architektin: Zaha Hadid
Bauherr: Skirama Kronplatz
Ort: Kronplatz, Italien
Baubeginn: Sommer 2013
Eröffnung: 24. Juli 2015
Kosten: 3 Millionen Euro

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