Die Kurve gekriegt

Eigentlich gibt es die School of Architecture des KTH Royal Institute of Technology in Stockholm bereits seit den 1970er-Jahren. Doch bis anhin war die Fakultät in die Hauptgebäude des Universitätscampus integriert. Das hat sich nun geändert. Das Architekturbüro Tham & Videgård Arkitekter hat innerhalb des bereits bestehenden Campus einen sechsgeschossigen Bau realisiert, der einerseits einen intensiven Dialog mit seiner Umgebung eingeht, andererseits durch geschickt gewählte architektonische Details das Augenmerk auf sich lenkt.

«Das neue Unterrichtsgebäude der School of Architecture verleiht dem bestehenden Stadtbild eine neue Facette und gibt dem historisch wichtigen Umfeld so die nötige Modernisierung. Es nimmt seine Stelle im Herzen des Campus ein, bezieht sich auf seine Nachbarschaft und verfügt zugleich über einen eigenen Charakter.» Mit dieser Begründung erhielten die Architekten Bolle Tham und Martin Videgård für ihr Projekt den Kasper-Salin-Preis – die wohl renommierteste Architekturauszeichnung in Schweden. Tatsächlich wurde bei der Fassadengestaltung dabei geachtet, dass der Neubau die Rot- und Orangetöne der Umgebung aufnimmt. Während bei den umliegenden Gebäude, die Anfang 19. Jahrhundert vom Architekten Erik Lallerstedt konzipiert worden waren, jedoch noch traditionell mit Ziegelsteinen gearbeitet worden war, wagte sich das Architekturbüro bei der Gestaltung der Fassade der School of Architecture an eine moderne Re-Interpretation: Für den Neubau wurde COR-TEN-Stahl verwendet. Grosszügige Fensterfronten versorgen das Gebäudeinnere mit viel Licht, während der geschickt entwickelte Entwurf optimale klimatische Bedingungen und Energieeffizienz garantiert.

Während das am tiefsten liegende der sechs Stockwerke mit der Umgebung zu verschmelzen scheint, sticht das oberste Stockwerk durch sein kleineres Volumen hervor. Hier befindet sich zudem eine Dachterrasse, ausserdem gehört zum Gebäude ein Senkgarten. Der Eingangsbereich im Erdgeschoss wurde durch doppelt so hoch gesetzte Decken grosszügig gestaltet. Die Räume hier bieten nicht nur Platz für einen Ausstellungsbereich, sondern auch für einen offenen Hörsaal, der zugleich als Empfangsbereich funktioniert. Auf der ersten Etage befinden sich die Büros, im obersten Stockwerk hingegen wurde ein Penthouse untergebracht. Im Innenbereich treffen Betonelemente auf Holzverkleidungen und sorgen so für gelungene Kontraste.

«Unser Konzept basiert auf der Idee eines Campuslayouts, das offen gestaltet ist und auf Bewegung hinzielt. Die neue Schule soll sich ins Umfeld integrieren, indem sie von Innen und von Aussen in den Dialog mit dem Campus tritt», so die Architekten. Das Gebäude wurde so in den Campus eingefügt, dass bestehende Wege weiterhin genutzt werden können.

Projektinformationen

Projektname: New School of Architecture, Royal Institute of Technology (KTH)
Architekten: Tham & Videgård Arkitekter
Ort: Stockholm, Schweden
Baujahr: 2007 – 2015
Fläche: 9140 m²

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