Die unendliche Brücke

«Die Unendliche Brücke» befindet sich an der Küste der dänischen Stadt Aarhus und wurde von den dänischen Architekten Gjøde & Povlsgaard, in Verknüpfung mit der internationalen Biennale «Sculpture by the Sea», gebaut. «Wir kreierten eine Skulptur, bei der es ganz um das Erleben der Umgebung und das Bewusstsein der Beziehung zwischen der Stadt und der grossartigen Landschaft der Bucht geht. Auf der Brücke erlebt man die andauernd verändernde Umgebung als endloses Panorama und betritt gleichzeitig einen Ort der sozialen Interaktion mit anderen Menschen, die dasselbe erleben», beschreibt Johan Gjøde, Mitgründer von Gjøde & Povlsgaard Arkitekter, sein Werk. Der Holzring fasziniert die Gegenwart – sein Standort hat aber auch einen interessanten Bezug zur Vergangenheit.

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(c) Gjøde & Povlsgaard Arkitekter (0)Die Brücke hat einen Durchmesser von 60 m und positioniert sich teils am Strand, teils im Meer. Sie besteht aus 60 vorgefertigten Holzelementen, vor Ort zusammengebaut und auf Stahlsäulen platziert, die etwa 2 m im Meeresgrund versinken. Das Deck der Brücke hebt sich zwischen 1 m und 2 m von der Wasseroberfläche ab, abhängig von den Gezeiten. Die Krümmung der Brücke folgt den Konturen der Mündung des Flusses Thors Møllebæk.

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Der Standort der «Unendlichen Brücke» hatte eine ganz spezielle Bedeutung für den Hafen in Aarhus: sie wurde auf dem Gelände einer historischen Landungsbrücke gebaut, von wo aus bis zum Zweiten Weltkrieg Segelschiffe in See stachen. Zudem legten vom damaligen Dock früher Leute von der Stadt mit Dampfschiffen an, um sich zu entspannen und die Umgebung zu geniessen.

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(c) - danskebilleder.dk (3)Der historische Varna Pavillon, am Hang über dem Strand gelegen, war schon damals ein populäres Ziel in der malerischen Landschaft mit seinen Terrassen, dem Restaurant und dem Tanzsaal. Die «Unendliche Brücke» ermöglicht diese historische Verbindung wieder und gewährt eine neue Perspektive auf die umgebende Landschaft und die Stadt.

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«Wir haben mit der Brücke versucht, den Rahmen zu schaffen, der das Erleben der umgebenden Landschaft um die Stadt ermöglicht. Eigentlich ist es die Natur und die Skyline der Stadt, der Hafen und die Beziehung zum Wasser, welche die wahre Kunst ausmachen», so Johan Gjøde weiter. Er scheint damit nicht ganz falsch zu liegen: Alleine an einem Samstag im Juni haben sich dort immerhin zwölf Paare das Jawort gegeben.

Wer das auch tun möchte, sollte sich beeilen. Denn die Brücke – so unendlich wie sie momentan scheinen mag – wird nicht für immer bleiben.

Und wer keine Zeit hat nach Aarhus zu reisen, der kann sich zumindest im Video ein Bild aus der Vogelperspektive des Projekts an der faszinierenden Küste machen.

Projektinformationen:

Architekten: Gjøde & Povlsgaard Arkitekter
Baujahr: 2015
Ort: Aarhus, Dänemark
Bilder: Aarhus I Billeder, Peter Hastrup Jensen, Danish TM, Gjøde & Povlsgaard Arkitekter, danskebilleder.dk
Video: Aarhus I Billeder

 

 

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