Kirche der offenen Arme

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Brick-Visuals_2Seit nun fast einem Jahr heisst der neue Kirchenbau von Ålgård seine Besucher willkommen. Das Gebäude reflektiert das Motto des Willkommen Seins in seiner Funktion und Form auf vielschichtige Weise und ermöglicht neben der Funktion als Gotteshaus eine Vielzahl an Freizeitaktivitäten für die Bürger der norwegischen Gemeinde. 

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements Photography_2Ålgård ist eine lebhafte, sehr aktive Kirchengemeinde im Süden Norwegens. Eines der Ziele für die neue Kirche war es deshalb, so viele Funktionen wie möglich unter ein Dach zu bringen. Die Herausforderung der Planer bestand darin, geeignete Räume für Büros, Schulklassen oder das Café zu entwerfen, die den eigentlichen Kirchenraum darüber nicht stören.

èlgÜrd 5Um den dafür benötigten Platz zu generieren wurde das Erdgeschoss stufenweise herabgesetzt. So ist der sakrale Raum im oberen Teil des Baus nicht von den Aktivitäten darunter beeinträchtigt. Eine logische und funktionierende Lösung, die den Kirchenbau zu einem natürlichen und auffälligen Center macht.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements-Photography_7Ebenso sollte die Kirche einen kultigen Charakter und dennoch einen klaren sakralen Stil haben. Die dynamische Form des Baus kommt dieser Bitte nach. Die ganzheitliche Erscheinung ragt aus der Umgebung hervor und widerspiegelt dabei die von Gefälle geprägte Landschaft in der Umgebung.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements-Photography_8In Anlehnung an das Christentum erinnert die Struktur der Kirche mit ihrem triangulären Dach an die Dreieinigkeit, der quadratische Platz darunter symbolisiert die vier Ecken der Welt. Diese Dualität wurde bewusst in die Form und Funktion des Baus integriert.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements-Photography_6Die hölzerne, weisse Fassade und das Dach sind einem Segeltuch nachempfunden, das an manchen Stellen dreiecksförmig aufgebrochen wurde und so willkommenes Tageslicht ins Innere lässt. Die transparente Vorhangfassade aus Glas verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Das «Zelt» soll für Migration stehen und gibt dem Bau eine moderne, einladende Aura. Selbst der Eingang macht den Eindruck, als wolle er jeden einzelnen Besucher persönlich willkommen heissen. Grund genug für den örtlichen Bischof, das Gotteshaus «Kirche der offenen Arme» zu nennen.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements-Photography_5Die Hauptachse der Kirche verläuft vom Marktplatz über die Treppen durch das Foyer, bis hin zum heiligen Kirchenraum. Auf diesem Weg haben die Besucher Zeit, sich auf die Zeremonie vorzubereiten.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements Photography_3Der sakrale Raum ist so gestaltet, dass alle Teilnehmer auf den 12 m grossen, blauen Altar aus Glas sehen, der in einer Ecke des Raumes in die Höhe ragt. Die Sitzplätze erstrecken sich terrassenähnlich über vier Stufen und bieten so Besuchern aller Grössen gute Sicht auf das Altarbild. Der Boden ist ausserdem so konzipiert, dass die Plätze auch für Rollstuhlfahrer zugänglich sind.

Aalgaard-kirke_LINK-arkitektur_Hundven-Clements Photography_4Auch die Umgebung rund um den sakralen Bau kann rege genutzt werden. Ein Park trennt die Kirche vom benachbarten Friedhof, wodurch das Areal als Bühne für Konzerte, Sportevents und andere Aktivitäten genutzt werden kann.

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Projektinformationen

Architekt: Link Arkitektur
Kunde: Gjesdal Kirkelige Fellesrad
Ort: Rettedalen 7, Ålgård, Norwegen
Fertigstellung: März 2015
Fläche: 1980 m²
Fotos: Hundven Clements Photography

 

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