Aus dem Boden gestampft

Luigi Rosselli Architects The Great Wall of WA 001

Architekt Luigi Rosselli hat jüngst mit einem richtungsweisenden Neubau im australischen Outback auf sich aufmerksam gemacht. Umhüllt von einer vernakulären Landschaft im subtropischen Klima, schafft der Neubau temporäre Unterkünfte für Arbeiter der benachbarten Viehfarm. Seine Gestalt verdankt er einer massiven Wand aus Stampflehm, welche in Australien mit 320 m die längste ihrer Art ist. Ausgangsmaterial für die 450 mm dicke Wand ist der eisenreiche, lehmhaltige Boden vor Ort. Die auffälligen Zacken spannen einem Grenzwall ähnlich eine Rundung auf, die entlang einer Sanddüne verläuft. Im dazwischen liegenden Hohlraum befinden sich zwölf Einheiten, die allseitig von natürlich kühlenden Raumabschlüssen umgeben sind. Die Konstruktion setzt auf lokale Baustoffe: Der Kies stammt aus einem benachbarten Flussbett, und das Wasser wurde einer lokalen Bohrung entnommen. Der Entwurf zeugt von einem neuen Umgang mit der abgelegenen Landschaft im Nordosten des Landes. Selbstbewusst wendet sich die Architektur von den bisher dominierenden, aus Metall gefertigten Unterkünften ab und richtet ihren Blick stattdessen auf die erdigen Elemente, welche die Landschaft vor Ort in sich trägt.

Architektur: Luigi Rosselli

Fotografie: Edward Birch

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